Wie finde ich dauerhaft Motivation für Sport?

Nach vier Wochen seit Trainingsbeginn befinden wir uns nun tief im Grundlagentraining zur Vorbereitung der Saison 2018, und ich bekomme von vielen Menschen immer wieder die Frage: „Wie motivierst du dich eigentlich, nach so vielen Jahren jeden Herbst, Jahr für Jahr, in dieses kraftraubende Training einzusteigen?“. Und wenn ich ganz ehrlich bin, gibt´s darauf nur eine ganz einfache Antwort: Weil´s Spaß macht!

Zirkeltraining in der Grundlagenphase

Motivation – es vergeht kein Tag, an dem man nicht auf Facebook, Instagram & Co. irgendeinen tollen Motivationsspruch bekommt. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Fitnessbranche allein für diesen Zweck Texter einstellt, um klar zu machen, wie wichtig die Motivation ist und dass man mit ihr den heiligen Gral für Erfolg findet. Auf der einen Seite ist das ganz lustig, aber andererseits auch ziemlich traurig, da es zeigt, wie viele Menschen scheinbar ein Problem damit haben, sich selbst für Sport und Bewegung zu motivieren. Ich habe bereits schon einmal über die Motivationsarten geschrieben, aber ich möchte es einfach noch einmal aufgreifen.

Nach meiner Ansicht ist das Thema recht simpel, wenn man einmal zum Kern der Definition des Begriffes „Motivation“ geht. Es gibt zwei Arten der Motivation – extrinsisch und intrinsisch, d.h. also von außen und von innen. Wenn ihr nun versucht, euer Fitness- oder Sportprogramm allein nach extrinsischen Motiven aufzubauen, könnt ihr es sein lassen. Im Ernst – es ist vergeudete Zeit. Ihr kommt nicht weit. Das funktioniert immer nur für eine gewisse Dauer. Wenn ihr komplett auf äußere Motive angewiesen seid (tolle Strandfigur zum Angeben, Bierbauch weg, 10 Kilometer in einer bestimmten Zeit), programmiert ihr euer Belohnsystem im Kopf auf externe Anerkennung. Wenn die mal ausbleibt, fängt das Getriebe an zu stottern. Ihr lasst hier und da mal ein Training aus, und irgendwann gebt ihr komplett auf. Bestes Beispiel ist der Januar-Hype auf Fitness-Studios.

Die Basis eurer Fitness-Ziele müsst ihr auf der intrinsischen Motivation aufbauen. Jetzt mögen viele Leser behaupten „Laufen ist nichts für mich“, „Ich bin kein Fitness-Typ“, „Ich habe kein Talent“, „Ich bewege mich nicht so gern“ – aber das ist alles ausgemachter Schwachsinn. Das sagt euch nämlich euer EGO – auf der Couch sitzend in der Komfortzone. Wir alle – und das meine ich wirklich – haben die intrinsische Motivation, unseren Körper zu bewegen, weil es uns einfach Spaß macht, dieses Wunderwerk Körper zu benutzen. Laufen liegt tief in unserer DNA verankert. Das merken wir auch instinktiv, sonst würden nicht so viele Menschen in ihrer Freizeit Joggen gehen.
Bevor ihr euch also in eure neue Fitness-Aktivität stürzt, macht euch doch erstmal auf die Suche nach Bewegungsmustern, die euer eigenes „Bewegungs-Gen“ anstacheln. Klettert im Wald über Baumstämme, spielt heimlich „Himmel und Hölle“ wie als Kind, werft Steine ins Wasser oder geht einfach mal barfuß über eine nasse Wiese. Wenn ihr dann irgendwann entdeckt „Halt – das macht mir gerade richtig Spaß“, analysiert einmal, was ihr gerade gemacht habt, und überlegt, welcher Sport dazu passt. DANACH könnt ihr euch soviele extrinsische Motivationskicks holen, wie ihr zur weiteren „Belohnung“ benötigt. Brennt die Flamme erst einmal, bleibt sie auch an – das Kind in euch ist dann wieder erwacht

In meinem Fall ist es das Springen. Ich habe es als Kind schon geliebt. Über einen Bach springen, ohne nasse Füße zu bekommen (was zum Ärgerniss meiner Mutter nicht immer geklappt hat), von einer schwingenden Schaukel springen, Gummi-Twist 😉
Also war Leichtathletik die perfekte Wahl. Um ehrlich zu sein, wusste ich das früher nicht. Ich hatte halt Glück dei der Wahl (oder Instinkt?). Heute erklärt es, warum ich so lange dabei bleiben kann, ohne die Motivation zu verlieren.

Ich wünsche viel Spaß bei der Suche eurer inneren Motivation!

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